Dr. med. Ludwig Friedrich Maria Eisenberger
Praktischer Arzt in München · 14. Februar 1862 in Bad Tölz – 16. Juli 1901 in München
Ludwig Friedrich Maria Eisenberger war der älteste überlebende Sohn von Maximilian Eisenberger und Magdalena Kuffer. Mit seiner Generation öffnete sich der Familie endgültig der akademische Aufstiegsweg: Ludwig Friedrich war der erste Mediziner der Familie und begründete eine über drei Generationen reichende ärztliche Tradition.
Im Jahr 1888 ist er an der Ludwig-Maximilians-Universität München für Medizin eingeschrieben. Nach Studium und Approbation eröffnete er eine Praxis in München. Wohn- und Praxisadresse war die Müllerstraße 46 a – ein 1844 von Max Kuppelmayr errichtetes Bürgerhaus, das aus dem Höllriegel-Erbe in den Familienbesitz kam und vier Generationen lang die zentrale Münchener Adresse der Eisenberger blieb.
Am 9. Januar 1894 heiratete Ludwig Friedrich in München Barbara Scotzniovsky, die Tochter Ferdinand Scotzniovskys und der Barbara Höllriegel und Enkelin des Steinmetzmeisters Franz Höllriegel, der unter König Ludwig I. an wichtigen Münchener Bauten gewirkt hatte. Aus der Ehe ging am 27. August 1897 der Sohn Ludwig Karl Ferdinand hervor.
Dr. med. Ludwig Friedrich
Eisenberger
Reise nach Monte-Carlo
Im Familienbestand ist eine Eintrittskarte des Casinos von Monte-Carlo aus dem November 1898 erhalten – Spur einer Riviera-Reise, wie sie das bürgerliche Münchener Reisepublikum der späten Jahrhundertwende unternahm. Sie zeigt einen jungen, beruflich etablierten Arzt, der die mondänen Ziele seiner Zeit ansteuerte.
Früher Tod und Familienkonstellation
Ludwig Friedrich starb am 16. Juli 1901 in München, nicht einmal vierzig Jahre alt – möglicherweise an einem beruflichen Infekt; Tuberkulose und Typhus waren damals häufige Berufsrisiken praktischer Ärzte. Seine Witwe Barbara war zu diesem Zeitpunkt knapp 26 Jahre alt; der Sohn nicht ganz vier.
Drei Jahre später, am 26. September 1904, heiratete Barbara in München ihren Schwager Eugen Eisenberger – den jüngsten Bruder ihres verstorbenen Mannes. Die im katholischen Bayern kanonisch dispensbedürftige Schwager-Schwägerin-Ehe stellte die Familienkontinuität sicher und machte den jungen Ludwig Karl Ferdinand zum leiblichen Neffen seines Stiefvaters.