München
Lebensmittelpunkt und urbane Wurzel der Familie seit vier Generationen
München ist seit vier Generationen hinweg der eigentliche Lebensmittelpunkt der Familie Eisenberger. Über die Eheverbindung mit der Münchener Hoffischertochter Magdalena Kuffer 1853, über das Studium Maximilian Eisenbergers an der Münchener Universität, über die ärztliche Praxis Ludwig Friedrichs und Ludwig Karl Ferdinands in der Müllerstraße und schließlich über die Ehefrauen Barbara und Ella Scotzniovsky — Töchter eines Münchener Künstler-Unternehmers und Enkelinnen des königlich-bayerischen Steinmetzmeisters Franz Höllriegel — verbindet die Familiengeschichte sich tief mit der bayerischen Hauptstadt des 19. und 20. Jahrhunderts.
Die Eisenberger gehörten zu jenem katholischen Münchener Bürgertum, das in der Zeit König Ludwigs I. und Ludwigs II. zwischen Notariat, Universität, Bankenwesen und Medizin die tragenden Berufe einer rasch wachsenden Residenzstadt ausübte. Ihre wichtigste Adresse war über fast ein Jahrhundert die Müllerstraße 46 a (später 39/II) — ein 1844 von Max Kuppelmayr errichtetes Bürgerhaus, das aus dem Höllriegel-Erbe in den Familienbesitz gelangte und in dem Ludwig Karl Ferdinand 1897 zur Welt kam.
Anwesen Franz Höllriegels
in der Ludwigstraße
Anwesen Franz Höllriegels in der Ludwigstraße
Der Steinmetzmeister Franz Höllriegel (1794–1858), Urgroßvater der beiden Scotzniovsky-Schwestern und damit Stammvater der mit den Eisenbergern verschwägerten Linie, besaß ein Anwesen an der von König Ludwig I. neu angelegten Münchener Ludwigstraße — jener repräsentativen, vom Architekten Leo von Klenze und Friedrich von Gärtner zwischen 1816 und 1850 geplanten Prachtstraße, die das alte München mit der nördlichen Vorstadt Schwabing verband. Als Steinmetzmeister und Bauunternehmer wirkte Höllriegel an mehreren der dortigen Klassizismus-Bauten unmittelbar mit; sein eigenes Haus an dieser Adresse machte ihn zu einem der ersten Münchener, die in der von ihnen miterrichteten Architektur auch wohnten.
Die Ludwigskirche — Franz Höllriegels Hauptwerk
Die Ludwigskirche, an der Ludwigstraße zwischen Universität und Siegestor gelegen, ist eine der bedeutendsten Sakralbauten des bayerischen Klassizismus und der italienischen Neoromanik. Sie wurde 1829–1844 nach Plänen Friedrich von Gärtners errichtet und ist Bischofskirche der Erzdiözese München und Freising. Über dem Hauptaltar entfaltet sich das von Peter von Cornelius geschaffene Riesenfresko des Jüngsten Gerichts — eines der größten Wandgemälde der Christenheit.
Franz Höllriegel war als Bauunternehmer an der Errichtung der Ludwigskirche maßgeblich beteiligt; Teil des Unternehmerlohns war sein Anwesen im heutigen Höllriegelskreuth. Über die weibliche Linie reichen die Wurzeln der Eisenberger damit zu jenem Werk an der Münchener Klassik zurück, das die Stadt bis heute prägt.
St. Ludwig in München
1829–1844
Weitere Münchener Spuren
- Müllerstraße 46 a / 39 II — Wohn- und Praxisadresse Ludwig Friedrich Eisenbergers und Geburtshaus Ludwig Karl Ferdinands; aus dem Höllriegel-Erbe stammend.
- Wilhelmsgymnasium München — Maximilian Eisenberger legte hier 1848 sein Abitur ab.
- Ludwig-Maximilians-Universität — Ort des Jura-Studiums Maximilians sowie des Medizin-Studiums Ludwig Friedrichs (ab 1888) und der späteren Generation.
- Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank — Carl Joseph Eisenberger war hier Erster Präsident des Aufsichtsrats.
- Süddeutsche Bodenkreditanstalt — Friedrich Maximilian Eisenberger wirkte hier als Direktor.
- Alter Südlicher Friedhof — hier liegt das Familiengrab Höllriegel, zu dem die Verbindung über die weibliche Linie reicht.